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Herzlich Willkommen in unserer Kindergarten „St. Angela“

Die jüngsten Mitbürger stehen seit der Gründung des Kinderheimvereins im Jahre 1854 stets im Zentrum unseres Wirkens gemäß dem Spruch

„Das Juwel des Himmels ist die Sonne
und das Juwel des Hauses ist das Kind.“


Von ihren heutigen Juwelen hängt das Morgen ab. Mit den Kindern bauen wir unsere Zukunft auf, denn was wir heute unseren Kindern zu Gute kommen lassen, ist das Fundament der Gesellschaft von Morgen.

Neben dieser gesellschaftlichen Verantwortung verspüren wir auch eine Verpflichtung aus unserem christlichen Selbstverständnis heraus. Jesus hat sich selbst auf die Seite der Kinder gestellt und schenkte ihnen große Wertschätzung und Zuneigung. Diese Achtung der Würde unserer Kinder steht im Mittelpunkt unserer Arbeit.

Wir verstehen uns als Ort „Wo Kleines groß werden kann!“

Unseren Erziehungskräften wünschen wir, dass sie täglich Freude und Kraft finden, um den Kindern Raum zu schenken in dem diese sich wohl fühlen und sich und andere erfahren
können.
Gudrun Keller-Buchheit
Geschäftsführerin Kinderheim Friedberg e. v.

Inhaltsverzeichnis

1. Träger

2. Einrichtung

2.1 Gesetzliche Grundlagen und Bildungsauftrag
2.2 Pädagogische Fachkräfte
2.3 Fortbildungsmaßnahmen
2.4 Öffnungszeiten
2.5 Aufnahmekriterien und Anmeldung

3. Unser Leitbild

3.1 Selbstverständnis
3.2 Unser Bild vom Kind
3.3 Partizipation und Ko-Konstruktion


4. Auf dem Weg zur Inklusion – Pädagogik der Vielfalt


5. Exemplarischer Tagesablauf


6. Freispiel – ganzheitliche und differenzierte Bildungsorganisation,
Lernen in Alltagssituationen


7. Basiskompetenzen

7.1 Individuumsbezogene Kompetenzen
7.2 Soziale Kompetenzen
7.3 Lernkompetenzen


8. Themenspezifische Förderschwerpunkte

8.1 Sprachliche Bildung
8.2 Musikalische Bildung und Erziehung
8.3 Ästhetische, kulturelle und bildnerische Erziehung
8.4 Religiöse Erziehung
8.5 Medienbildung und Medienerziehung
8.6 Bewegungserziehung
8.7 Gesundheitliche Bildung und Erziehung
8.8 Naturwissenschaftliche und technische Bildung
8.9 Mathematische Bildung
8.10 Umweltbildung und Umwelterziehung

9. Individuelle Lern- und Entwicklungsdokumentation


10. Bildungs- und Erziehungspartnerschaft

10.1 Entwicklungsgespräche
10.2 Partizipation – Elternbeteiligung
10.3 Elterninformation


11. Transitionen

11.1 Übergang von der Familie in den Kindergarten
11.2 Übergang vom Kindergarten in die Schule


12. Kooperation und Vernetzung
12.1 Kooperation zwischen Kindergarten und Grundschule
12.2 Öffnung nach Außen – Unser lokales Netzwerk
12.3 Soziale Netzwerkarbeit bei Gefährdung des Kindeswohls
12.4 Einbezug von Kooperationspartnern


1. Träger

Der heutige Trägerverein Kinderheim Friedberg e. V. kann auf eine wechselvolle Entwicklung zurückblicken. Gegründet im Jahre 1854, zunächst als Suppenanstalt und Kinderbewahrschule, hat sich der Verein zu einer modernen Jugendhilfeeinrichtung entwickelt. Sie umfasst fünf Kindergärten, einen Kinderhort, Kinderkrippen, das katholische Kinderheim e.V. Georg Fendt - Haus und das Referat ambulante Dienste.


2. Einrichtung

Der Kindergarten St. Angela wurde am 1.9.1999 im Stadtteil Rothenberg in Friedberg eröffnet.
Pädagogische Fachkräfte betreuen in Regel- und Integrativgruppen ca. 80 Kinder. Die großzügige Gestaltung der Räumlichkeiten erlaubt es, über vielfältige und wechselnde Funktionsecken eine abwechslungsreiche Lernatmosphäre zu schaffen. Insgesamt verfügt die Einrichtung über ca. 2.000 m² Freifläche und ca. 920 m² Raumfläche.

Als Räumlichkeiten stehen jeder Gruppe ein eigener Gruppenraum, eine Kinderküche für je zwei Gruppen, ein Mehrzweckraum, zwei Dachräume, ein Spiel- und Therapiezimmer, ein großer Flur für variable Themenbereiche (Bällebad, Hängematte) und entsprechende sanitäre Anlagen zur Verfügung. Unser Außengelände mit Fahr- und Aktionsflächen (Kletterhügel, Wasserlauf), vielfältigen Spielgeräten (Boulderwand), Sandkästen und Grünflächen bietet für die Kinder Bewegungs-, Lern- und Erfahrungsräume.


2.1 Gesetzliche Grundlagen und Bildungsauftrag

Für unsere Arbeit im Kindergarten gelten das Bayerische Kindergarten- und Bildungsgesetz (BayKiBiG), die entsprechenden Ausführungsverordnungen (DV BayKiBiG) sowie das achte Sozialgesetzbuch (SGB VIII).

Der Kindergarten leistet einen wesentlichen Bildungsbeitrag für die Entwicklung der Kinder. Hauptaufgabe des Kindergartens ist es den Kindern frühe Bildungserfahrungen zu ermöglichen. Wir fördern in unserer täglichen Arbeit gezielt bildungsrelevante Kompetenzfelder, um die Kinder auf die Anforderungen der Schule optimal vorzubereiten. „Vorschule“ beginnt bereits mit dem Eintritt in den Kindergarten. Eine wesentliche Aufgabe in unserer Vorschularbeit ist die Vermittlung funktionaler Lernkompetenzen. Unter dem Stichwort „Lernen, wie man lernt!“ zeigen wir den Kindern
konkrete Methoden wie sie sich Themen annähern, deren Inhalte ordnen und relevante Bezüge herstellen können (siehe 7.3).

Neben kognitiven Fähigkeiten fördern wir insbesondere soziale Kompetenzen. Hierzu gehört ebenso ein Bild von sich selbst, wie von Anderen und von seiner Umwelt zu machen. Lernen findet in sozialen Situationen statt. Hier leistet der Kindergarten einen wertvollen Beitrag Kinder auf die Anforderungen von Schule, Beruf, Familie und Gesellschaft vorzubereiten. Das Kind sollte in dieser Lebensphase vor allem auch die Chance bekommen Kind zu sein und sich den Dingen so zu nähern, wie es für dieses Alter typisch ist – auf spielerische Art und Weise.
2.2 Pädagogische Fachkräfte

Die Personalausstattung und die Ausbildung der pädagogischen Fachkräfte entsprechen den aktuellen Rahmenvorgaben des bayerischen Kindergarten- und Bildungsgesetzes.


2.3 Fortbildungsmaßnahmen

Die unterschiedlichen Lebenslagen der Familien in der Gesellschaft, aber auch der Bildungsauftrag von Eltern und Staat stellen hohe fachliche Anforderungen an alle pädagogischen Fachkräfte
unserer Einrichtung. Um dieser Herausforderung dauerhaft gerecht zu werden, bietet der Träger den Mitarbeiterinnen interne und externe Fort- und Weiterbildungen an.


2.4 Öffnungszeiten

Montag - Freitag von 7.00 – 15.00 Uhr
Kernzeit - Anwesenheitspflicht von 8.30 – 12.00 Uhr

Zu Beginn des Kindergartenjahres werden alle wichtigen Termine für das laufende Kindergartenjahr festgelegt. Tage, an denen der Kindergarten aus betrieblichen Gründen geschlossen ist, werden rechtzeitig bekannt gegeben.


2.5 Anmeldung und Aufnahmekriterien

Die Anmeldung gilt grundsätzlich für die gesamte Kindergartenzeit bis zum Schuleintritt.
Über die Aufnahme in unserem Kindergarten entscheiden folgende Kriterien: Die Anzahl der verfügbaren Plätze und das jeweilige Lebensalter des Kindes. Für einen Integrationsplatz wird zusätzlich ein Beratungsgespräch angeboten.
Die Eltern verpflichten sich, Änderungen in der Personensorge sowie der Anschrift, der privaten und geschäftlichen Telefonnummern und der Bankverbindung unverzüglich mitzuteilen. Alle Angaben der Eltern werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.
Nach einer telefonischen Terminvereinbarung, meist ab Januar für das folgende Kindergartenjahr, wird mit der Kindergartenleitung am „Tag der offenen Tür“ ein persönliches Aufnahmegespräch in der Einrichtung geführt. Die für die Anmeldung erforderlichen Daten werden hierbei aufgenommen. Nach der Rückgabe der benötigten Unterlagen folgt zeitnah eine Zu- oder Absage des Kindergartenplatzes.


3. Unser Leitbild

In unserer Erziehungsarbeit legen wir Wert auf die Beachtung von Regeln und Grenzen. Die Kinder erfahren so Sicherheit und Verlässlichkeit im sozialen Miteinander und erleben, dass ein friedvolles Zusammenleben wesentlich davon abhängt, die Grenzen und Sphären des Anderen zu achten.
3.1 Selbstverständnis

„Wir sind verschieden und dennoch alle gleich “
In dieser Aussage spiegelt sich unser christliches Selbstverständnis wider, dass wir alle Geschöpfe Gottes sind und jeder Mensch als einzigartige Persönlichkeit zu sehen ist. Die Achtung der Würde des Menschen ist zugleich christlicher und gesellschaftlicher Auftrag.
Eine wesentliche Aufgabe ist es, den uns anvertrauten Kindern lernförderliche Freiräume für die
individuelle Entwicklung von Kreativität und Fantasie zu schaffen.
Der Kindergarten bietet den Kindern darüber hinaus einen Ort für Wachstum und persönliche Entwicklung. Das bedeutet, sich auf Augenhöhe mit Wertschätzung zu begegnen und partnerschaftlich zusammenzuwirken. Voraussetzung dafür ist eine kompetenz- und dialogorientierte Grundhaltung.


3.2 Unser Bild vom Kind

Unser Selbstverständnis findet sich auch im Bild vom Kind wieder. Wir sehen die Kinder schon von Geburt an als kompetente Persönlichkeiten und bieten die Möglichkeit, dass sie ihre Bildungs- und Lernprozesse aktiv mitgestalten. Hierbei unterstützen wir die Kinder in ihrer Individualität und Persönlichkeit und begleiten sie entwicklungsgemäß. Kinder, die unsere Einrichtung besuchen, haben das Recht im Rahmen ihrer Fähigkeiten mitzubestimmen. Hierzu setzen wir vielfältige Methoden ein (siehe 6. und 8.).


3.3 Partizipation und Ko-Konstruktion

Partizipation bedeutet Beteiligung an Entscheidungen, die das eigene Leben und das der Gemeinschaft betreffen. Dazu gehören sowohl Mitwirkung, Mitgestaltung, Mitbestimmung und Mitverantwortung, als auch Selbstbestimmung, Eigenverantwortung, Konfliktlösung und Streitkultur.

Partizipation bedingt Demokratie. Alle Kinder sollen die Möglichkeit haben ihre Wünsche, Ängste und Probleme überall dort einzubringen, wo es um ihre Belange geht. Alle Bildungsorte bzw. Bildungseinrichtungen stehen heute in der Verantwortung, der Partizipation der Kinder einen festen Platz einzuräumen. Partizipation stärkt die Kinder in ihrer Entwicklung zu verantwortungsbewussten Persönlichkeiten. Erwachsene und ihre Umgangsformen sollten stets Vorbild und Anregung für die Kinder sein. Deshalb ist es notwendig das eigene Handeln und die eigene Grundhaltung regelmäßig zu reflektieren.
In unserer Einrichtung leben wir Partizipation; dies bedeutet auch, dass wir mit den Kindern - ganz im Sinne der Ko-Konstruktion – Bedeutungszusammenhänge gemeinsam erschließen und erkunden.
Ko-Konstruktion beinhaltet, dass wir als Erwachsene unseren vorhandenen Wissensvorsprung nicht von vornherein an die Kinder weitergeben, sondern dass wir gemeinsam mit ihnen Kindern entdecken, forschen und lernen.
Partizipation und Ko-Konstruktion sind Methoden, die sich dazu eignen den Kindern Freiräume und Chancen zur Mitbestimmung, gerade in ihrem Lern- und Bildungsprozess anzubieten. Dennoch obliegt es unserer Verantwortung den Rahmen hierfür abzustecken.


Ziele

• Entscheidungs- und Kooperationsfähigkeit fördern
• vereinbarte Regeln einhalten
• Interessen, Initiativen und aktuelle Situationen der Kinder aufgreifen und einbeziehen
• Sichtweisen und Meinungen der anderen Kinder respektieren lernen
• Mitbestimmungsprozesse ermöglichen

Beispiele zur pädagogischen Umsetzung

Beteiligung und Mitbestimmung an Projektarbeiten (St. Martinsspiel: „Welche Rolle möchte ich übernehmen?“), gruppenübergreifende Angebote (Weihnachtsgeschenke: „Für welche Gestaltungstechnik entscheide ich mich?“), demokratische Abstimmungen (Abschlussaktion der Vorschulkinder: „Welche Aktivität wähle ich?“), Entscheidungsmöglichkeiten im Freispiel („Wo, wie lange und mit wem möchte ich spielen?“) und gemeinsame Gesprächskreise (Frühling: „Was weiß ich und welche Fragen habe ich dazu?“).


4. Auf dem Weg zur Inklusion – Pädagogik der Vielfalt

Kinder unterscheiden sich im Hinblick auf Alter, Geschlecht, Temperament, Lern- und Entwicklungsstand, soziale und kulturelle Herkunft, Begabungen und Interessen. Diese Vielfalt empfinden wir als Bereicherung für alle Menschen in unserer Einrichtung. In unserer pädagogischen Arbeit orientieren wir uns am Entwicklungsstand und den Bedürfnissen der Kinder, um sie individuell zu begleiten und zu fördern. In einem Klima der gegenseitigen Anerkennung lernen die Kinder voneinander und erweitern ihre Perspektiven. Einzigartigkeit und Originalität als Ausdruck der persönlichen Entwicklung des Kindes zu akzeptieren, bedeutet für uns, individuelle und situative Bildungsmöglichkeiten für jedes Kind zu schaffen.

Inklusive Haltung

Unser Verständnis von inklusiver Wertehaltung orientiert sich an den drei Formen der Anerkennung:

• Emotionale Zuwendung (Liebe)
• Solidarität – soziale Wertschätzung
• Rechte (UN-Behindertenrechtskonvention und allgemeine Menschenrechte)

In diesem Sinne ist Inklusion eine christliche Grundhaltung, die wir bei den täglichen gemeinsamen Lernprozessen mit den Kindern und im Team pflegen.
Auf dem Weg zur Inklusion geht es vor allem um die Weiterentwicklung der inklusiven Haltung, sowohl bei den pädagogischen Fachkräften, aber auch beim Umfeld, in das der Kindergarten eingebunden ist.
Unser Team ist in einem ständigen Entwicklungsprozess und nimmt regelmäßig an Weiterbildungen teil.
Inklusive Strukturen schaffen

Wir heißen alle Kinder in unserer Einrichtung willkommen. Einschränkungen gibt es nur durch gesetzliche Vorgaben und vertragliche Bestimmungen in der Betriebserlaubnis.

Kinder mit Förderbedarf sind Teil der Kindergartengemeinschaft und erhalten die Rahmenbedingungen und Fördermöglichkeiten, die sie in ihrer Entwicklung weiterbringen. In einem multiprofessionellen Team arbeiten wir mit der Interdisziplinären Frühförderstelle Josefinum (Heilpädagogen, Sozialpädagogen, Logopäden, Ergo- und Physiotherapeuten) zusammen. Mit den Therapeuten wird ein individueller Entwicklungsplan erstellt und im Alltag umgesetzt.
Um Kindern mit erhöhtem Förderbedarf die bestmöglichen Voraussetzungen zu bieten, werden in den entsprechenden Gruppen die Kinderzahlen reduziert und der Personalschlüssel erhöht. Unsere integrativen Gruppen sind in der Regel mit 15 Kindern besetzt, davon 5 Kinder mit beeinträchtigter Entwicklung oder von Behinderung bedroht.

Inklusive Pädagogik

Inklusion, wie wir sie versuchen umzusetzen, bedeutet die Teilhabe und Teilgabe aller Kinder.
Sie sollen sich bestmöglich entwickeln, sich als selbstwirksam erleben und ihre Potenziale entfalten können. Ausgangspunkt für das pädagogische Planen und Handeln sind die Stärken und Fähigkeiten der Kinder. Unsere Schwerpunkte liegen auf dem gemeinsamen Spielerleben, kooperativen Angeboten und ganzheitlichen Formen des Lernens.

Wir sind uns bewusst, dass derzeitige gesetzliche Vorgaben, wie z.B. die Beantragung von Eingliederungshilfe nicht einer inklusiven Haltung entspricht, wie sie in der UN-Behindertenrechtskonvention verankert ist. Wir würden es begrüßen, wenn jede Kindertagesstätte personell und räumlich so ausgestattet wird, dass sie allen Bedürfnissen gerecht werden kann. So würde einer Stigmatisierung und Ausgrenzung vorgebeugt werden.

Die Realisierung von Inklusion ist ein ständiger Prozess der Planung, Reflexion und Weiterentwicklung und daher eine anspruchsvolle Aufgabe für Träger und Team.


5. Exemplarischer Tagesablauf

➢ 07.00 – 08.00 Uhr Frühdienst: Betreuung aller Kinder in einer Gruppe

➢ 07.00 – 08.30 Uhr Bringzeit

➢ 08.30 – 11.00 Uhr Freispiel
Themenspezifische Angebote – Projekte
Aktionen im Jahreskreis
Gezielte Förderungen
Gleitende Essenszeiten
Wöchentlich ein spielzeugfreier Tag
Angeleitete Bildungsschwerpunkte
➢ 09.00 – 10.30 Uhr Freie Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten auf dem Gang
Freispiel in anderen Gruppen möglich

➢ 11.00 – 12.00 Uhr Aufräumen
Ruhephase
Sitzkreis
Geburtstagsfeier
Garten

➢ ab 12.00 Uhr Ende der Kernzeit und Beginn der Abholzeit
Mittagsbrotzeit
Freispiel

➢ 14.45 – 15.00 Uhr Aufräumen und Betreuungsende


6. Freispiel – ganzheitliche und differenzierte Bildungsorganisation, Lernen in Alltagssituationen

Spielen ist ein Grundbedürfnis des Kindes. Im Spiel werden vielfältige soziale, kognitive und motorische Erfahrungen gesammelt, die für die Entwicklung des Kindes elementar sind. Freies Spielen bedeutet, selbst über Spielpartner, Spielart, Spielmaterial, Spieldauer und Spielinhalt entscheiden zu können. In unserer Einrichtung stellen wir den Kindern eine vorbereitete Umgebung zur Verfügung. Dazu zählen vielfältige Aktions- und Funktionsflächen wie Kuschel-, Puppen-, Bau- und Spielecken, die Zwischenräume, der Gang, die Turnhalle und unser Außengelände.
Am wöchentlich stattfindenden spielzeugfreien Tag regen wir die Kinder an kreativ und ohne konventionelles Spielmaterial zu spielen. Stattdessen werden ihnen Tücher, Naturmaterialien und Alltagsgegenstände zum individuellen Explorieren bereitgestellt.

Wir als pädagogische Fachkräfte nehmen in der Zeit des Freispiels unterschiedliche Aufgaben und Rollen wahr. Je nach Situation werden wir als Spielpartner in die Handlungswelt der Kinder aktiv einbezogen, sind Ansprechpartner, Zuhörer, Tröster, Zusprecher, Helfer und Ideengeber. Darüber hinaus gibt uns das Freispiel die Möglichkeit die Kinder bezüglich ihrer individuellen Entwicklungen (Sozialverhalten, Motorik, Kompetenzen) zu beobachten.

Ziele

• Soziale Kontakte erweitern und pflegen
• Miteinander spielen lernen
• Lernen, Grenzen zu erkennen und Konflikte selbst zu lösen
• Empathie für Andere entwickeln und Rücksicht nehmen
• Sich in Geduld üben und Frustrationen tolerieren
• Vereinbarte Regeln akzeptieren und einhalten
• Emotionen bei sich und anderen bewusst wahrnehmen
• Gefühle verbal und nonverbal ausdrücken lernen
Beispiele zur pädagogischen Umsetzung

Alleine oder in selbst gewählten Kleingruppen spielen (Rollenspiele, Tisch- und Regelspiele, Konstruktionsspiele), Geschichten vorlesen, erzählen, Gespräche führen, Rollenspiele, Lieder singen, rhythmisches Bewegen, kreatives Gestalten, spielen ohne Spielzeug, gemeinsames Festlegen von Regeln, Übernahme von Aufgaben im Kindergartenalltag.

Allgemeine Angebote (Brunch, Adventskreis), gezielte Vorschulaktionen, im Tagesablauf integrierte Öffnung (gleitende Essenszeit, Besuche unter den Gruppen), Gangspielzeit (Fahrzeug fahren, Bällebad, Spielecken, spontane Aktionen).


7. Basiskompetenzen

Als Basiskompetenzen bzw. Schlüsselqualifikationen werden grundlegende Fähigkeiten, Fertigkeiten, Haltungen und Persönlichkeitscharakteristika bezeichnet, die die Kinder mitbringen und weiter-
entfalten. Sie sind Vorbedingungen für den Erfolg und die Zufriedenheit in Schule, Beruf, Familie und Gesellschaft. Deshalb werden sie im Folgenden als frühpädagogische Ziele formuliert.


7.1 Individuumbezogene Kompetenzen

Jedes Kind benötigt individuumbezogene Kompetenzen, um die Basiskompetenzen zu entwickeln.

Ziele

Personale Kompetenzen

• Selbstwertgefühl und Zufriedenheit entwickeln, sich für wertvoll halten,
sein Selbstbild stärken
• Positive Selbstkonzepte entwickeln
• Eigene Stärken und Schwächen erkennen
• Autonomieerleben durch Äußern einer eigenen Meinung bei Entscheidungsprozessen
• Kompetenz erleben, sich als Verursacher seiner eigenen Handlung erleben
• Ängste akzeptieren und überwinden
• Mutig sein – Mut entwickeln
• Soziale Widerstandsfähigkeit (Resilienz) entwickeln, mit sozialen Belastungs- und Stress-
situationen (negative Umwelteinflüsse) erfolgreich umgehen

Motivationale Kompetenzen

• Selbstregulation, Verhalten steuern, Ausdauer, Konzentration
• Neugier und individuelle Interessen entwickeln
• Selbstwirksamkeit

Kognitive Kompetenzen

• Differenzierte Wahrnehmung: Lernen, die Sinne zu nutzen und die Wahrnehmung zu be-
schreiben
• Denkfähigkeit verbessern
• Problemlösefähigkeit entwickeln
• Kreativität, Fantasie und freies Tun fördern

Physische Kompetenzen

• Gesundheit und körperliches Wohlbefinden, gesunde Ernährung,
Verantwortung für die eigene Hygiene
• Grob- und feinmotorische Kompetenz, Geschicklichkeit, den Körper beherrschen
• Regulierung körperlicher Anspannung, Stress bewältigen, den Wechsel zwischen Spannung
und Entspannung erleben

Beispiele zur pädagogischen Umsetzung

Ernährung, Sport und Bewegung, Tischspiele, Freispiel, Kreisspiele, spielzeugfreier Tag, Gefühle erkennen und äußern, Rollenspiele, Bilderbücher.


7.2 Soziale Kompetenzen

Soziale Kompetenz meint die Fähigkeit, soziale Beziehungen aufzunehmen und so gestalten zu
können, dass sie von gegenseitiger Anerkennung und Wertschätzung geprägt sind.

Ziele

Konfliktmanagement

• Kennenlernen von Emotionen
• Eigene Gefühle wahrnehmen und zum Ausdruck bringen
• Gefühle wie Wut, Trauer, Freude, Angst unterscheiden lernen
• Lernen, Konflikte zu lösen und Kompromisse auszuhandeln
• Lernen, Frustration auszuhalten
• Wertschätzenden Umgang miteinander pflegen

Verantwortung für Andere übernehmen

• Begleitung von Kindergarten -„Neulingen“ durch ältere Kinder
• Schwächeren Kindern Hilfestellung im Alltag geben


Kommunikationsfähigkeit

• Anderen zuhören und sie ausreden lassen
• Angemessene Gestik und Mimik erlernen
• Zum Nachfragen anregen
• Gesprächsregeln einüben

Kooperationsfähigkeit

• Entwicklung von Kooperationsfähigkeit
• Lernen, gemeinsam Aufgaben zu bewältigen

Entwicklung von Werte- und Orientierungskompetenz

• Sensibilisierung für Anderssein und Einzigartigkeit
• Solidarität und Gemeinschaftsgefühl entwickeln

Beispiele zur pädagogischen Umsetzung

Geschichten und Bilderbücher zum Thema „Gefühle“, Übernahme von allgemeinen Diensten, Feste gemeinsam organisieren, Bilderbuchbetrachtungen, Nacherzählungen, Rollenspiele, Gesprächskreise, Vorbildfunktion des Erziehers, Bestärkung und Beistand durch den Erzieher.


7.3 Lernkompetenzen

Eine weitere Aufgabe des Kindergartens ist die Vermittlung von Kompetenzen zur Erschließung und Aneignung von Wissen. Dazu gehören die Fähigkeiten neues Wissen zu erwerben, anzuwenden und zu übertragen.

Ziele

„Lernen lernen“

• Fähigkeiten erwerben, sich Wissen und Können selbst anzueignen
• Bereitschaft entwickeln, von Anderen zu lernen
• Erkennen, dass es verschiedene Lösungen gibt

Lernmotivation

• Erleben, dass Anstrengung zum Erfolg führt
• Lust am Lernen gewinnen
• Geduld durch Wiederholung üben
• Misserfolg ertragen können
Beispiele zur pädagogischen Umsetzung

Freispiel, ohne Spielzeug spielen, Experimentieren, Turnen, Projekte, Sprachtraining, Garten, Ko-Konstruktion, Partizipation, themenspezifische Förderschwerpunkte (siehe 8.).


8. Themenspezifische Förderschwerpunkte

Bei der Umsetzung der Ziele achten wir auf den individuellen Entwicklungsstand und den Förderbedarf des Kindes. Alle hier aufgezählten Förderbereiche werden nicht nur in der Gruppe, sondern auch bei Bedarf im Rahmen der individuellen Einzelförderung vermittelt. In der Verknüpfung aller Förderbereiche sehen wir aus pädagogischer Sicht die größtmögliche Entwicklungschance für das Kind.


8.1 Sprachliche Bildung

Sprachliche Bildung beginnt bereits in den ersten Lebenswochen und ist ein kontinuierlicher und langfristiger Prozess, der im Alltag immer und überall geschieht.

Ziele

Sprechfreude stärken und unterstützen

• Sprachentwicklung gezielt beobachten und dokumentieren
• Sprachstörungen erkennen und fachliche Weiterempfehlungen geben
• Kinderverse lernen und rezitieren lassen
• Interesse an Schrift und Buchstaben spielerisch wecken
• Sprachliches Vorbild durch die Erzieherin

Kenntnisse verschiedener Sprachstile

• Aneignung und flexible Nutzung verschiedener Sprachstile
• Möglichkeit geben, diese einzusetzen und auszuprobieren
• Sprachschatz der Kinder kontinuierlich erweitern

Beispiele zur pädagogischen Umsetzung

Kindern Räume und Möglichkeiten für Rollenspiele bieten, in Kleingruppen Bilderbücher ansehen, Fingerspiele, Gedichte, Verse und Lieder gemeinsam mit den Kindern erarbeiten und einüben,
Erzählkreise, sprachliche Projekte für die Vorschulkinder.


8.2 Musikalische Bildung und Erziehung

Kinder reagieren von Geburt an auf akustische Reize und erzeugen mit der Stimme eigene Laute. Sie erforschen Klangeigenschaften von Materialien und lauschen gespannt auf Klänge aus ihrer
Umgebung. Gerade in frühen Jahren fördert Musik die Lebensfreude und ist ein Teil der Erlebniswelt des Kindes.

Ziele

Funktionen und Aufgaben von Musik vermitteln

• Musik als Quelle der Freude und Entspannung erfahrbar machen
• Verschiedenartigkeit der Musik vermitteln
• Musik als Möglichkeit des Gefühlsausdrucks kennen lernen
• Rhythmusgefühl entwickeln

Gehör schulen

• Unterschiede von Höhe, Klangfarbe und Tempo erfahren
• Umgang mit Klängen und Tönen vermitteln – laute/leise Töne
• Instrumente und deren Klangweise zuordnen können

Beispiele zur pädagogischen Umsetzung

Über Gefühle die das Musikhören auslöst, sprechen und sich austauschen, verschiedene Musikstile hören, gemeinsames Singen von Kinderliedern im Jahreskreis, Klanggeschichten, Bau einfacher Musikinstrumente, Sprechgesänge, Reime, Fingerspiele, Singspiele, Gesang und Tanz bei Festen, Körperinstrumente einsetzen (schnipsen, klatschen, stampfen).


8.3 Ästhetische, kulturelle und bildnerische Erziehung

Kinder erkunden und erschließen ihre Umwelt mit allen Sinnen (Riechen, Schmecken, Hören, Sehen und Tasten) und gewinnen dabei ästhetische Erfahrungen. Angeregt durch die Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur entfalten Kinder ihr kreatives und künstlerisches Potenzial. So bilden sie ihr
Urteilsvermögen und lernen künstlerische Ausdrucksformen kennen.

Ziele

Schulung der Sinneswahrnehmung

• Beschaffenheit und Eigenschaften von Gegenstände kennen und unterscheiden lernen
• Verschiedene Sinneswahrnehmungen erfahren


Förderung von Kreativität und Fantasie

• Kreativität anregen und fördern
• Wahrnehmung der eigenen Umwelt darstellen lernen
• Künstlerisches Gestalten weiterentwickeln

Formen und Farben vermitteln

• Umgang mit Formen und Farben erleben
• Farbwahrnehmung schulen
• Künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten für Gefühle vermitteln

Beispiele zur pädagogischen Umsetzung

Umgang mit verschiedensten Materialien (Erde, Stein, Holz, Papier, Farben usw.) und Werkzeugen (Hammer, Nägel, Lupe, Schere, Pinsel usw.), Kneten und Matschen, Rollenspiele, Malen und Experimentieren mit verschiedenen Techniken, Bildbetrachtungen, bewusstes Beobachten von Pflanzen und Tieren, Tanzen, Theaterspielen, Exkursionen.


8.4 Religiöse Erziehung

Bei der religiösen Erziehung ist es uns wichtig ausführlich das Welt- und Menschenbild der christlichen Kirchen zu vermitteln. Im Hinblick auf die Entwicklung zu einer multikulturellen Gesellschaft nehmen wir selbstverständlich Rücksicht auf die kulturelle und religiöse Herkunft der Kinder.

Ziele

Vermittlung eines christlichen Welt- und Menschenbildes

• Hintergründe der christlichen Religion vermitteln
• Besonderheiten der christlichen Religion veranschaulichen
• Gebete kennen lernen

Christliches Wertesystem vermitteln

• Nächstenliebe, Toleranz, Hilfsbereitschaft, Gemeinschaftssinn
• Zentrale Symbole des Glaubens kennen lernen

Förderung der Fähigkeiten, eigene Sinn- und Bedeutungsfragen stellen

• Werte des Lebens erkennen
• Bedeutung von Grundhaltungen erfahren
• Grundlegende Fragen des Lebens kindgerecht stellen und beantworten
• Erfahrungen des Werdens und Vergehens von Leben in der Natur erörtern
Beispiele zur pädagogischen Umsetzung

Religiöse Geschichten z. B. nach „Kett“ darstellen, Meditationen, Suche nach Spuren von Religion in der näheren Umgebung, Philosophieren mit Kindern, Feste im Jahreslauf feiern, Gottesdienste besuchen, mitgestalten und feiern.


8.5 Medienbildung und Medienerziehung

Medienkompetenz heißt sachgerecht, selbstbestimmt und verantwortlich mit Medien umzugehen. Medien sind aus unserer Sicht alle Objekte zur Vermittlung von Informationen. Dazu gehören sowohl die traditionellen Medien wie Buch, Radio, Film, Computer als auch das Medium Digitalkamera und Internet.

Ziele

Vermittlung unterschiedlicher Medien

• Einzelne Medien kennen lernen
• Interesse an verschiedenen Medien wecken
• Möglichkeiten der Medien darstellen

Aufgaben von Medien vermitteln

• Medien als Kommunikationsmittel erfahrbar machen
• Medien als Überträger von Informationen vermitteln

Realitäten zu differenzieren

• Medienrealität als gestaltete Realität erkennen
• Zwischen realem und virtuellem Erleben unterscheiden lernen

Beispiele zur pädagogischen Umsetzung

Projektarbeit zu medienrelevanten Themen, multimediale Darstellung von Projekten, Dias anschauen und nacherzählen lassen, Theaterstücke und Schattenspiele einüben, Ausflüge und Aktionen fotografieren, Plakate gestalten, Hörmemory, Bilderbücher und Zeitungen.


8.6 Bewegungserziehung

Zu den grundlegenden Bedürfnissen der Kinder zählt neben dem Spiel die Bewegung. Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang. In der frühen Kindheit ist Bewegung nicht nur für die motorische, sondern auch für die kognitive, emotionale und soziale Entwicklung von herausragender Bedeutung.
Ziele

Förderung der Grobmotorik
• Verbesserung der Körperhaltung und Stärkung der Muskulatur
• Beherrschung fundamentaler Bewegungsformen
• Koordinationsschulung

Förderung der Feinmotorik

• Greiftechniken
• Handkoordination
• Rhythmisierung der Bewegung

Förderung der Wahrnehmung

• Sinneserfahrung
• Raum-Lage-Wahrnehmung
• Gleichgewichtssinn

Förderung der Gesundheit

• Altersgemäße Entwicklungsanreize setzen
• Einsatz aktiver Einheiten, um dem Bewegungsmangel vorzubeugen
• Förderung des Herz-Kreislaufsystems

Förderung sozialer Kompetenzen

• Vermittlung pro-sozialer Verhaltensweisen durch Mannschaftsspiele und Partnerübungen
• Rücksichtnahme im aktiven Spiel entwickeln
• Frustration ertragen lernen

Beispiele zur pädagogischen Umsetzung

Rennen, Werfen, Roller fahren, angeleitete oder freie Bewegungsangebote, unterschiedliche Bewegungsräume (Gruppenraum, Flur, Turnhalle, Garten, Sinnesparcours), Turnstunden mit Materialien oder Turngeräten, Psychomotorik (Bewegungsbaustelle), An- und Ausziehen, Umgang mit Stift und Schere, feinmotorische Fertigkeiten fördern (Bügelperlen).


8.7 Gesundheitliche Bildung und Erziehung

Gesundheit wird hier in einem umfassenden Sinn als körperliches Wohlbefinden verstanden und gilt nicht nur als Abwesenheit von Krankheit. Im Rahmen des Kindergartens können wir sowohl präventiv als auch konkret fördern.

Ziele

Bewegungsschulung

• Kindern vermitteln, wie wichtig regelmäßige und abwechslungsreiche Bewegung ist
• Lernen, sich im Körper wohlzufühlen

Ernährungsoptimierung

• Gesunde Ernährung kennenlernen und besprechen
• Grundverständnis erwerben über Produktion, Beschaffung und Verarbeitung von
Lebensmitteln
• Zusammenhänge zwischen Ernährung und körperlichem Wohlbefinden erkennen und
verstehen

Körperkenntnis vermitteln

• Bezeichnung und Funktion von Gliedmaßen kennen lernen
• Sinnesorgane und innere Organe benennen können
• Verständnis für einfache körperliche Zusammenhänge entwickeln

Hygieneförderung

• Einhaltung von grundlegenden Hygieneregeln
• Notwendigkeit von Körperpflege lernen
• Aufbau und Funktion des Körper erfahrbar machen

Sexualität

• Positive Geschlechtsidentität aufbauen
• Angenehme und unangenehme Gefühle unterscheiden und Nein sagen lernen
• Bewusstsein für eine persönliche Intimsphäre entwickeln

Beispiele zur pädagogischen Umsetzung

Turnen, Bewegung während der Gangspielzeit und im Garten, Hände waschen, Nase putzen, Hygienemaßnahmen besprechen, Gesprächsrunden über Nähe und Distanz (Sexualerziehung), Erste-Hilfe-Kurs für Kinder, Einkaufen gehen, Eigenanbau von Gemüse und Kräutern, gemeinsames Kochen, Backen und Essen, Kinderbrunch, wöchentliches Obst- und Gemüseangebot „Schulfrucht“.





8.8 Naturwissenschaftliche und technische Bildung

Kinder stellen viele Fragen zur Natur und Umwelt. Wir wollen im Rahmen der naturwissenschaftlichen und technischen Bildung dieses vitale Interesse der Kinder an Phänomenen aufgreifen und gezielt fördern. Die Auseinandersetzung mit der Natur durch das Forschen, Experimentieren und Entdecken, fördert die Neugier und regt den Wissensdurst der Kinder an.

Ziele

Naturwissenschaftliches Verständnis entwickeln

• Naturwissenschaftliche Zusammenhänge erkennen und verstehen lernen
• Neugierde für die Umwelt wecken

Experimente als Grundlage wissenschaftlicher Arbeit vermitteln

• Experimentelle Abläufe kennen lernen
• Unterschiedliche Entwicklungszustände erfahren
• Lernen, einfache Experimente durchzuführen
• Über verschiedene Versuchsanordnungen erste Erfahrungen mit physikalischen
Gesetzmäßigkeiten erleben

Sinnesschulung

• Lernen, mit allen Sinnen wahrzunehmen
• Systematisches Beobachten, Vergleichen, Beschreiben, Bewerten erlernen
• Eigenschaften von verschiedenen Stoffen kennen lernen
• Naturvorgänge bewusst erleben und mit Veränderungen in der Natur vertraut werden

Beispiele zur pädagogischen Umsetzung

Versuchsreihen mit einem Bezug zum Lebensalltag der Kinder durchführen (flüssig - gefroren),
Jahreskreis im Garten erleben, Einsatz von Experimentierkästen und Utensilien, Wetter beobachten, Exkursionen in die Natur und Umgebung.


8.9 Mathematische Bildung

Bereits vor dem Schuleintritt soll die Förderung kognitiver Fähigkeiten bei Kindern auch Inhalte betreffen, die für die Entwicklung mathematischer Kompetenz bedeutsam sind. Es gilt, bei allen Kindern die vorhandene Neugier und den natürlichen Entdeckungsdrang auch hinsichtlich des Umgangs mit Zahlen, Mengen und geometrischen Formen für die Aneignung erster mathematischer Kenntnisse und Fähigkeiten zu nutzen.


Ziele

Kennen lernen von geometrischen Formen

• Bezeichnungen unterschiedlicher geometrischer Körper vermitteln
• Erfahrungen mit unterschiedlichsten Gegenständen und Dingen des täglichen Lebens
(Form, Größe, Gewicht) ermöglichen
• Wahrnehmungsschulung durch Raum-Lageveränderung

Zahlen und Größen erfassen

• Zahlen kennen lernen
• Erkennen unterschiedlicher Größen

Messen und Erfassen von Mengen

• Viel und wenig unterscheiden
• Messverfahren kennen lernen
• Volumen erfassen

Zeit und Zeiteinheiten erfahrbar machen

• Erkennen der Jahreszeiten
• Zeiten zuordnen können
• Zeitgefühl entwickeln

Beispiele zur pädagogischen Umsetzung

Würfelspiele, Messen und Wiegen, Kaufladen, Schüttübungen, Formen nach Größen ordnen,
mathematische Projekte für Vorschulkinder, Sanduhren und die Uhr kennen lernen, Zahlenbilder, Mengen erfassen.


8.10 Umweltbildung und Umwelterziehung

Umweltbildung und -erziehung berühren viele Lebensbereiche, von der Naturbegegnung über Gesundheit und Werthaltung, bis hin zum Freizeit- und Konsumverhalten. Durch Sinneserfahrungen nehmen die Kinder in ihrer unmittelbaren Umgebung die Umwelt und die Natur bewusst wahr. Ein verantwortungsbewusster, wertschätzender Umgang mit Umwelt und Natur kann nur nahe gebracht werden, wenn die Kinder diese als schützenswert erleben. Dadurch entsteht die Bereitschaft zu umweltbewusstem Handeln.




Ziele

Wahrnehmung der unmittelbaren Umwelt schulen

• Erkennen der Flora und Fauna in der unmittelbaren Lebensumwelt
• Direkte Umwelteinflüsse vermitteln (Sonnenbrand, Giftstoffe, Wasserverschwendung)
• Zusammenhänge und gegenseitige Abhängigkeiten erkennen und auf eigene Fragen
Antworten finden

Umweltverantwortung vermitteln

• Zukunftsorientiertes Handeln einüben
• Zum sensiblen Umgang mit Natur und Umwelt anregen
• Lernen, Verantwortung für sich selbst und die Umwelt zu übernehmen
• Sich selbst als Teil der Umwelt verstehen

Umweltzusammenhänge kennen lernen

• Bewusstsein von Lebenszusammenhängen bilden
• Kindern Zugang zur Tier- und Pflanzenwelt vermitteln
• Zusammenarbeit mit Fachinstitutionen

Beteiligungsfähigkeit entwickeln

• Umweltbewusstes und –schonendes Verhalten einüben

Beispiele zur pädagogischen Umsetzung

Begehung und Erforschung der unmittelbaren Lebenswelt, Dias vorführen, Fotovergleiche durchführen, Eltern in die Umwelterziehung mit einbinden (Energie- und Wassersparen, Mülltrennung, Abfallvermeidung), Brandschutzübung, Reinigungsaktion, Exkursionen (Naturschutzverband, Forstamt), Kompost anlegen und beobachten, Erleben der Tier- und Pflanzenwelt.


9. Individuelle Lern- und Entwicklungsdokumentation

Beobachtung und Dokumentation sind die Grundlagen für unser pädagogisches Handeln. Diese sind Schlüssel um den Lern- und Entwicklungsprozess jedes Kindes einschätzen, unterstützen und
stärken zu können.
Unsere täglichen Beobachtungen dokumentieren wir unter anderem in den aktuellen Beobachtungsbögen (Perik, Seldak, Sismik), die vom bayerischen Staatsministerium gesetzlich vorgeschrieben sind. Diese nutzen wir auch als Basis für die Entwicklungsgespräche (siehe 10.1).


10. Bildungs- und Erziehungspartnerschaft

Ein wichtiger Grundsatz bei unserer Zusammenarbeit mit den Eltern ist unser pädagogisches
Wirken transparent zu machen. Durch diese Transparenz gewinnen die Eltern einen Einblick in den Alltag ihres Kindes im Kindergarten. Sie können dadurch erfahrungsgemäß leichter Vertrauen in die Einrichtung aufbauen und unsere pädagogische Arbeit anerkennen und wertschätzen. Bildungspartnerschaft beruht auf gegenseitiger Anerkennung und Wertschätzung. Wir sehen die Eltern als
Experten für ihr Kind und kompetenten Dialogpartner.


Beispiele für partnerschaftliche Zusammenarbeit

Schriftliche Rückblicke über stattgefundene Aktionen, Hospitationsmöglichkeiten während der Freispielzeit, Themenelternabende zu pädagogischen Schwerpunkten, Unterstützung und Begleitung bei Ausflügen und Exkursionen.


10.1 Entwicklungsgespräche

Im Rahmen der Entwicklungsgespräche fördern wir einen unmittelbaren und regen Informations- und Erfahrungsaustausch über das Verhalten und den Entwicklungsstand des Kindes. Grundlage hierfür sind unter anderem Beobachtungsbögen. Ausführliche Entwicklungsgespräche erfolgen nach einer Terminabsprache mit der jeweiligen pädagogischen Fachkraft. Darüber hinaus pflegen wir die Tür- und Angelgespräche um einerseits eine langfristige Vertrauensbasis zu schaffen und
andererseits Mitteilungen auszutauschen, wie z.B. „Was heute berücksichtigt werden muss“.
Alle Angaben der Eltern sowie ausgetauschte Informationen werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.


10.2 Partizipation – Elternbeteiligung

Die Elternbeteiligung fördert über das gemeinsame Tun ebenso das Verhältnis zwischen den Eltern wie auch den Kontakt zu den pädagogischen Fachkräften. Viele Eltern nutzen die Möglichkeit der aktiven Beteiligung an verschiedenen Aktionen in unserem Kindergarten, wie z.B. bei der Planung und Durchführung von Projekten (Gartengestaltung, Feste).
Einer unserer wichtigsten Kooperationspartner ist das Elternteam. Hier können engagierte Eltern Mitverantwortung übernehmen und so die Interessen aller Eltern gegenüber dem Kindergarten und dem Träger vertreten.
Im Rahmen unseres Qualitäts- und Beschwerdemanagements nehmen wir Anregungen, Anliegen, Wünsche, Vorschläge und Kritik von Eltern auf und bearbeiten diese konstruktiv und transparent.
Um unseren Bildungsprozess weiterzuentwickeln, führen wir regelmäßig Elternbefragungen durch.




10.3 Elterninformation

Um einen guten Ablauf im Kindergartenjahr zu gewährleisten, werden die Eltern zeitnah über
Wesentliches informiert. Das pädagogische Personal dokumentiert die wichtigsten Informationen wie Wochenrückblick, Termine und Ferienregelung schriftlich.


11. Transitionen

Transitionen sind Übergangssituationen die Kinder bewältigen müssen. Durch ein erfolgreiches Erleben, eignet sich das Kind jene Kompetenzen an, die es im Umgang mit immer wieder neuen Herausforderungen in seinem Leben benötigt.

11.1 Übergang von der Familie in den Kindergarten

Eine wesentliche Voraussetzung für einen positiven Ablösungsprozess Familie-Kindergarten besteht darin, Veränderungen zuzulassen und das Kind auf dem neuen Lebensabschnitt zu begleiten.

Ziele

• Kontaktaufbau zwischen Kind, Eltern und Kindergarten ermöglichen
• Ablösungsprozess zwischen Kind und Eltern erleichtern
• Bindung zu neuen Bezugspersonen aufbauen

Beispiele zur pädagogischen Umsetzung

Aufnahmegespräch mit Kindergartenleitung, Informationsabend, Schnuppertag für Eltern und
Kinder im Kindergarten, Begleitung des Kindes in die Gruppenräume, Gestaltung von Begrüßungs- und Trennungsritualen.


11.2 Übergang vom Kindergarten in die Schule

Ein weiterer Übergang ist für die Vorschulkinder der Schritt vom Kindergarten zur Grundschule.
Damit auch dieser positiv erlebt werden kann, machen wir die Kinder mit dem schulischen Ablauf und den äußeren Rahmenbedingungen vertraut.

Ziele

• Zusammenarbeit mit der Institution Schule
• Interesse und die Vorfreude wecken
• Ablösungsprozess vom Kindergarten erleichtern


Beispiele zur pädagogischen Umsetzung

Schulhausführung, Schnupperunterricht, Einladungen seitens der Schule zu Veranstaltungen,
Besuch einer Schulklasse mit Lehrer im Kindergarten, Selbstbehauptungstraining, Informationsabend, Projekt Schulwoche (wir spielen Schule nach „Stundenplan“), Abschlussaktion für alle Vorschulkinder (Ausflüge, Übernachten im Kindergarten), Abschlussgottesdienst mit Segnung.


12. Kooperation und Vernetzung

Nachhaltiges Lernen schließt verschiedene Bildungsorte mit ein. Deshalb ist es uns wichtig diese für die Kinder miteinander zu vernetzen und Kooperationen einzugehen.


12.1 Kooperation zwischen Kindergarten und Grundschule

Die Kooperation von Kindergarten und Grundschule besteht zu einem wesentlichen Teil aus gegenseitigen Besuchen, bei denen Erzieherinnen, Lehrkräfte und Kinder miteinander in Kontakt treten. Unsere Kindergarteneinrichtung arbeitet insbesondere mit der Theresia-Gerhardinger-Grundschule zusammen. Dass einzelne Kinder eine andere Schule besuchen, ist nicht auszuschließen.


12.2 Öffnung nach Außen – Unser lokales Netzwerk

Viele Eltern oder Menschen aus dem sozialen Nahraum besitzen besondere Fähigkeiten, Erfahrungen und Wissen, von denen unsere Kinder profitieren können. Dieses Potenzial in den Lehr- und Lernprozess des Kindergartens einzubinden stellt eine Bereicherung und eine Chance für die Entwicklung der Kinder dar. Die Öffnung des Kindergartens nach Außen bedeutet für unsere Einrichtung, die Einbeziehung der religiösen kulturellen, sozialen und materiellen Umwelt. Dadurch erweitern wir den kindlichen Erfahrungshorizont. Die Zielsetzung ist dabei, dass sich die Kinder zum Gemeinwesen hin orientieren.

Ziele

• Christliche Werthaltungen, Normen und Regeln intensivieren
• Verantwortung anderen Menschen gegenüber bewusst machen
• Umwelt und Natur achten lernen
• Sach- und Fachverständnis anbahnen
• Lebenspraktische Erfahrungen vermitteln
• Auf Unbekanntes, Neues vorbereiten





Beispiele zur pädagogischen Umsetzung

Exkursionen, Ausflüge, Feste, Fach- und Sachkundige einladen, Kirchen besuchen, Kontakte zu
Seniorenheimen pflegen, Handwerksbetriebe besichtigen, Eltern- und Großeltern miteinbeziehen.


12.3 Soziale Netzwerkarbeit bei Gefährdung des Kindeswohls

Sollen kindliche Lern- und Entwicklungsprozesse gelingen, ist das Wohlergehen des Kindes eine maßgebliche Voraussetzung. So tragen wir als Einrichtung Verantwortung für jene Kinder, deren Entwicklung und Wohlbefinden gefährdet sind.
Grenzverletzungen, verursacht durch Gesten, Worte, Handlungen oder eine Missachtung des Schutzraumes, bedeuten Gewalt gegen das Kind.
In diesem Fall nutzen wir vor Ort ein Netzwerk an Stellen, das sich mit der Gefährdung des Kindeswohls befasst. Die rechtliche Grundlage dafür ist §1 Abs. 3 und 8a des Kindes- und Jugendhilfegesetzes (KJHG/SGB VIII). Nach Abschätzen des Gefährdungsrisikos kann dann eine erfahrene Fachkraft im Rahmen einer anonymisierten Fallbesprechung konsultiert werden. In konkreten Fällen trägt so dieses Netzwerk zur Prävention bei.

Folgende Verhaltensweisen für einen respektvollen Umgang beachten wir als pädagogische Fachkräfte

• Grenzen, die Kinder von sich aus setzen, respektieren und nicht verletzen
• Eine Kultur der Achtsamkeit entwickeln


12.4 Einbezug von Kooperationspartnern

Eine differenzierte Möglichkeit zur Unterstützung unserer pädagogischen Arbeit sehen wir darin weitere Fachkräfte miteinzubeziehen. Zusammenarbeit, Austausch und Beratung stehen dabei im Vordergrund. Voraussetzung dafür ist eine schriftliche Einverständniserklärung der Eltern.

Beispiele für Kooperationspartner

Interdisziplinäre Frühförderstelle Josefinum, Gesundheitsamt, andere Schulen,
Mobile Hilfe des Sonderpädagogischen Förderzentrums Friedberg.




Führe dein Kind immer nur eine Stufe nach oben.
Dann gib ihm Zeit zurückzuschauen und sich zu freuen.
Lass es spüren, dass auch du dich freust,
und es wird mit Freude die nächste Stufe nehmen.
Franz Fischereder




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